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release date:

February 27, 2009

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Cat.No.: END0901
Label: Endorphin
Distribution: Irascible

Chantemoiselle “Chantemoiselle”

  • 01. Minibar-Pianist
  • 02. Wieder La Ga
  • 03. Rosegarte
  • 04. Chatz
  • 05. Moosrose
  • 06. Hut Und Haar
  • 07. Immerhin
  • 08. Nid Mis Problem
  • 09. Hei
  • 10. Bitternacht
  • 11. Tango
  • 12. Après-midi à Paris
  • 13. Melancholie In Moll

Chansons und Swing in Mundart

Stell Dir vor, du träumtest. Zeiten und Begebenheiten vermischen sich. Und doch macht das alles Sinn, passt irgendwie zusammen. Du bist im Heute und doch wähnst Du Dich in den 20er-Jahren, in einem dieser verrauchten, glamourösen Cabarets. Auf der Bühne spielt eine Band, drei hart gesottene Jazz-Cats schmeicheln ihren Instrumenten. Sie könnten auch die angegraute Besatzung eines windschiefen Frachters sein, der durch den Nachthimmel tuckert. Und am Bug steht sie, diese liebliche Sängerin. Ihre Stimme, der Hauch einer Liebkosung. Du erschrickst: Du glaubtest Dich an einem fremden Ort, vielleicht in Paris, doch sie singt in Berndeutsch, in Sätzen, die Du verstehst. Du vermagst Dich nicht zu entziehen, dem Gesang dieser Loreley. Es fällt Dir ein Wehmutstropfen in den Whiskey.

Das ist kein Traum, das ist Chantemoiselle. Das ist Chanson, Swing, Blues, Vaudeville. Da ist die anmutige Sirene namens Myria Poffet (26), bereits eine bekannte Grösse in der Berner Szene. Und da ist diese einzigartige Besetzung: der Kapitän von Myrias Hintermannschaft ist nämlich kein geringer als ihr Vater Michel Poffet, einer der vielseitigsten Musiker der Schweiz. Poffet hat schon mit Eddie Boyd, Joe Haider, Jay Mc Shann, Clifford Jordan, Polo Hofer, Andreas, Hank Shizzoe oder Büne Huber gespielt – aber nie mit seiner Tochter. Denn Myria Poffet bewegte sich zuerst in klassischen Gefilden, besuchte das Konservatorium als Pianistin. Doch bald merkte sie, dass ihr die Welt des Vaters näher war: Sie wechselte an den Gesang und an die Jazz-Schule. So kam es zur musikalischen Annäherung, zu ersten gemeinsamen Gigs. Und so lag es für Myria Poffet nahe, für ihr erstes eigenes Projekt Chantemoiselle den erfahrenen Vater und mit dem Pianisten Willy Schnyder und dem Drummer David Elias zwei seiner besten Männer mit an Bord zu holen. Schnyder ist neben seinem vielseitigen musikalischen Engagement (z.B. Komponist und Arrangeur des «JazzHorchEster») auch mit Theaterproduktionen beschäftigt, und auf der Bühne nicht nur Musiker, sondern immer auch ein bisschen Schauspieler. David Elias ist ein ausgewiesener Jazz-Drummer, hat diverse Preise gewonnen und auf renommierten Bühnen unter anderem mit dem Swiss Jazz Quintett, Buddy de Franco, Herb Ellis, Charlie Byrd gespielt.

Doch Chantemoiselle ist nicht bloss ein weiteres Jazz-Projekt. Swing und Chansons in Mundart – das hört man selten. Zehn Jahre steht Myria Poffet schon auf der Bühne, sang aber bislang nur auf Englisch oder Französisch. Der Wechsel auf Berndeutsch und das Schreiben eigener Songs hat sie einige Überwindung gekostet, inzwischen weiss sie aber, mit Chantemoiselle etwas geschaffen zu haben, was ganz ihrer Persönlichkeit entspricht. In der eigenen Sprache zu singen, erzeugt Intimität, bringt das Publikum dazu, aufmerksamer hinzuhören. Für die Texte von Myrias eigenen Songs zeichnen unter anderen Michael von der Heide, Nick Werren (Tomazobi), Trummer oder Büne Huber verantwortlich. Alles vermischt sich bei Chantemoiselle, und passt doch irgendwie zusammen.